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01.01.2018

Wie testen Startups ihre Geschäftsmodelle?

Studie mit Best Paper Award ausgezeichnet

Startups spielen heutzutage eine herausragende Rolle bei der Entwicklung von Innovationen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Besonders wichtig ist, dass Startups schnell aus Ideen erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen generieren und diese in funktionierende Geschäftsmodelle einbetten. Allerdings ist der Erfolg von Geschäftsmodellen mit vielen Unsicherheiten verbunden. Es kommt darauf an, Risiken in Geschäftsmodellen frühzeitig zu erkennen und effektiv zu reduzieren. Je genauer man Risiken erkennt, desto besser lassen sich Entwicklungs- und Investitionsentscheidungen treffen. Unnötige Entwicklungsaufwände werden so vermieden. Ein wirksames Mittel zur Reduktion von Startup-Risiken ist das wiederholte Testen von Geschäftsmodellen mit Hilfe von Experimenten. Aber wissen Startups davon? Kennen sich Startups mit Experimenten aus? Setzten sie diese richtig ein? 

Diesen Fragen geht eine aktuelle Studie von Forschern am Herman Hollerith Zentrums und der Universität Ulm nach, die jetzt mit dem Best Paper Award der Profes-Konferenz 2017 in Innsbruck in der Kategorie „Short Paper“ ausgezeichnet wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Experimente als Mittel zur Entwicklung erfolgreicher Geschäftsmodelle bisher zu wenig genutzt werden. Ursachen sind das fehlende Wissen über das Testen von Geschäftsmodellen sowie fehlende Kenntnisse in Bezug auf verschiedene Experimentiertechniken. Allerdings zeigten die beteiligten Startups eine große Bereitschaft und Motivation zur Durchführung von Experimenten. „Die Ergebnisse der Studie zeigen signifikanten Forschungs- und Weiterbildungsbedarf im Bereich Startups und Entrepreneurship“, so Prof. Jürgen Münch, Leiter der Forschungsgruppe „Software Engineering und Innovation“ am Herman Hollerith Zentrum. Die Studie wird derzeit auf eine größere Anzahl an Startups ausgeweitet, um die gefundenen Erkenntnisse zu erweitern und Handlungsbedarf abzuleiten.

 

Die Studie ist hier online abrufbar.

 

Zusammenfassung der Studie:

Software startups often make assumptions about the problems and customers they are addressing as well as the market and the solutions they are developing. Testing the right assumptions early is a means to mitigate risks. Approaches such as Lean Startup foster this kind of testing by applying experimentation as part of a constant build-measure-learn feedback loop. The existing research on how software startups approach experimentation is very limited. In this study, we focus on understanding how software startups approach experimentation and identify challenges and advantages with respect to conducting experiments. To achieve this, we conducted a qualitative interview study. The initial results show that startups often spent a disproportionate amount of time focusing on creating solutions without testing critical assumptions. Main reasons are the lack of awareness, that these assumptions can be tested early and a lack of knowledge and support on how to identify, prioritize and test these assumptions. However, startups understand the need for testing risky assumptions and are open to conducting experiments.

 

Referenz: 

Matthias Gutbrod, Jürgen Münch, Matthias Tichy. How Do Software Startups Approach Experimentation? Empirical Results from a Qualitative Interview Study. In Proceedings of the 18th International Conference on Product-Focused Software Process Improvement (PROFES 2017), LNCS. Springer-Verlag, November 2017.