Aktuelles

17.10.2018

Neues Zentrum für Digitalisierung am HHZ

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Herman Hollerith Zentrum in Böblingen

Prof. Dr. Hendrik Bumme (links), Präsident der Hochschule Reutlingen, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zum Zentrum für Digitalisierung im Landkreis Böblingen (ZD.BB)

Von: Gundula Vogel

Die Digitalisierung und der mit ihr im Zusammenhang stehende digitale Wandel ist eines der aktuell wichtigsten Themen für den Landkreis Böblingen. Aus diesem Grund hat sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises für die Gründung des „Zentrums für Digitalisierung im Landkreis Böblingen“ (ZD.BB) entschieden. Startschuss für das ZD.BB war die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen Partnern aus Verwaltung, Hochschulen und Wirtschaft am Dienstag, den 16. Oktober im Herman Hollerith Zentrum der Hochschule Reutlingen in Böblingen.

„Der Landkreis Böblingen ist einer von zehn regionalen Hotspots der Digitalisierung. Zukunftstechnologien wie das „Internet der Dinge“, „Big Data“ oder „Cloud Computing“ verändern die Arbeits- und Geschäftswelt in hohem Tempo. Jedoch stellen die neuen digitalen Geschäftsmodelle gerade kleine und mittlere Unternehmen vor großen Herausforderungen. Mit dem ZD.BB wollen wir für diese Unternehmen eine Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Digitalisierung schaffen“, hob Landrat Roland Bernhard in seiner Begrüßung die Bedeutung des Zentrums für Digitalisierung im Landkreis Böblingen hervor. „Am ZD.BB erhalten kleine und mittlere Unternehmen für ihre digitalen Transformationsprozesse eine durchgehende Beratung und Betreuung. Sie geht von der Sensibilisierung über die Analyse bis zur Lösungsentwicklung und Implementierung der digitalen Prozesse“, so Geschäftsführer des ZD.BB Dr. Claus Hoffmann über die Vorteile des Zentrums. „Mithilfe einer digitalen Qualifizierungsoffensive und mittelstandsgerechten Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung sollen kleine und mittlere Unternehmen im ZD.BB umfassend bei ihren Digitalisierungsvorhaben unterstützt werden. Dazu werden in Laboren, in sogenannten „Coworking Spaces“ und bei Events unterschiedliche Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinandertreffen und auf diese Weise digitale Innovationen hervorbringen“, ergänzt Prof. Hendrik Brumme, Präsident der Hochschule Reutlingen.

Innerhalb der Projektlaufzeit von drei Jahren sollen so 80 regionale Geschäftsmodellentwicklungen und fünf Startup-Gründungen im Landkreis und der Region begleitet werden. Grundsätzlich steht das ZD.BB allen kleinen und mittleren Unternehmen offen. Branchenschwerpunkte werden in den bedeutsamen Schlüsselindustrien Automobilbau, Informationstechnologien und wissensintensive Dienstleistungen, wie Forschung und Entwicklung, liegen.

Laut Kooperationsvertrag liegt die Konsortialführung des Zentrums für Digitalisierung im Landkreis Böblingen bei der neu gegründeten ZD.BB GmbH des Landkreises Böblingen. Das langfristige Ziel der Gesellschaft ist es, den digitalen Strukturwandel in der Wirtschaft und Bevölkerung des Kreises und der Region aktiv zu unterstützen und mitzugestalten. Neben dem Landratsamt Böblingen sind weitere Konsortialpartner das Herman Hollerith Zentrum an der Hochschule Reutlingen, das Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen e.V., die Star Cooperation GmbH, die LGI Logistics Group International GmbH sowie die nuspirit GmbH mit ihrem Coworking Space in Herrenberg. Weitere Netzwerkpartner sind die Fachkräfteallianz Region Stuttgart, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, Stadt Böblingen, Stadt Sindelfingen, Kreishandwerkerschaft Böblingen, START HAW, Universität Stuttgart, IHK Bezirkskammer Böblingen und die IBM Deutschland Research & Development GmbH. Um die Wirtschaft mit ihrem umfangreichen Wissen zum digitalen Wandel noch stärker in die Arbeit der ZD.BB GmbH einzubinden, ist es angedacht einen beratenden GmbH-Beirat einzurichten.

Das Projekt „Zentrum für Digitalisierung Böblingen (ZD.BB)“ wurde bereits im Februar 2018 beim „Digitalgipfel 2018 – Wirtschaft 4.0 BW“ als einer der zehn regionalen Digital Hubs vorgestellt, das vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert werden sollte. Auf Basis des eingereichten Förderantrags erfolgte in der zweiten Stufe die Bewilligung des Vorhabens. Die gesamten Projektausgaben in den nächsten drei Jahren liegen bei rund 1,8 Mio. Euro. Das Projektvorhaben wird mit einem Zuschuss des Wirtschaftsministeriums in Höhe von knapp 942.000 Euro gefördert.