Software Engineering, Entrepreneurship & Innovation

Forschungsgruppe

Jürgen Münch

Prof. Dr. Jürgen Münch

Jürgen Münch ist Professor für Software Engineering an der Hochschule Reutlingen und Forschungsleiter (Research Director) an der Universität Helsinki. Zuvor war er Professor für Software Systems Engineering an der Universität Helsinki, Hauptabteilungsleiter am Fraunhofer IESE und Vorstandsmitglied des Sonderforschungsbereichs 501 der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Software Innovation, Lean Product Management, Analytics und Agile Engineering.

Gebäude HHZ Böblingen
Raum 127/2
Tel. +49 7121 271 4107
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Philipp Hohl

Philipp Hohl

Philipp Hohl ist Doktorand der Daimler AG im Bereich des EE-Projektmanagement & Integration. Davor war er als Testingenieur für die Testautomatisierung bei der ifm syntron gmbh tätig. Als Lehrbeauftragter an der Hochschule Ravensburg-Weingarten lehrt er die Vorlesung „System Analysis and Simulation with LabVIEW".
Research Interests:
- Agile Product Line Engineering
- Continuous Delivery in Automotive

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Matthias Gutbrod

Matthias Gutbrod

Gebäude HHZ Böblingen
Raum 128/1
Tel. +49 7121 271 4103
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Forschung

Die Forschungsgruppe Software Engineering, Entrepreneurship und Innovation beschäftigt sich mit innovativen Entwicklungsmethoden für software-basierte Produkte und Dienstleistungen, die einen hohen Kundennutzen generieren. Weitere Schwerpunkte sind die Analyse, Gestaltung und Erprobung des "Entrepreneurial Process" sowie die Identifikation und Validation technologieorientierter/digitaler Innovationsideen und Geschäftsmodelle (u.a. Continuous Experi- mentation, Risikopriorisierungsverfahren). 

Forschungsschwerpunkte

Entrepreneurship & Innovation

Die Entwicklung software-basierter Produkte findet heute in der Regel in dynamischen Umfeldern statt, in denen sich Technologien und Märkte rasant verändern. Anforderungen an Software-Produkte lassen sich meist nicht im Voraus festlegen. Man kann auch nicht den Kunden fragen, welche Features er gerne hätte. In solchen Situationen sind klassische Ansätze der Software-Entwicklung mit vorgelagerter Anforderungsdefinition nicht geeignet. Wie kommt man aber dennoch zu Produkten, die Kunden wollen und lieben? Hierfür gibt es neuartige Entwicklungsansätze, die agile Software-Entwicklungsmethoden wie Scrum mit Prozessen zur Ideenfindung und Validation kritischer Produktannahmen verzahnen. Eine zentrale Rolle spielt hierbei der Produktmanager, der für das sogenannte "Product Backlog" verantwortlich ist.

Ziel der Forschung ist es, neuartige Techniken und Anwendungsmöglichkeiten des Produktmanagements zu entwickeln, zu analysieren und zu erproben. Dies umfasst die Beschreibung einer Produktvision, die Entwicklung einer Produktstrategie, die Identifikation und Priorisierung kritischer Produktannahmen, das datenbasierte Testen kritischer Annahmen mit Hilfe von Experimenten und die Weiterentwicklung der Produktstrategie basierend auf Ergebnissen der Experimente. Weitere Forschungsthemen sind Startup-Methoden, Corporate Startups, Hypothesis-driven Development, Scaling Lean, Customer Development, LeanUX, Business Model Validation, sowie Evidence-based Service Systems Engineering.

Daten sind das Gold des Informationszeitalters. Aber wie hebt man diesen Schatz und nutzt ihn für die effiziente Entwicklung erfolgreicher Software? Unter „ Analytics“ versteht man im Kontext der Software-Entwicklung die gezielte Erfassung, Analyse, Interpretation und Nutzung von Daten mit dem Ziel, Entwicklung, Wartung und Betrieb von Software und Software-Systemen zu verbessern sowie ihren Nutzwert und Markterfolg zu erhöhen.

Ziel der Forschung ist es, grundlegende Messverfahren und Analytics-Techniken zu entwickeln, zu analysieren und zu erproben. Dies umfasst zielorientierter Mess- und Analyseverfahren und die Entwicklung und Anwendung von Qualitäts-, Kosten- und Nutzenmodellen. Weitere Forschungsthemen sind Lean Analytics, Traction Modeling, Value Modeling, Startup Metrics und Growth Hacking.

Agile Engineering (Integration agiler und traditioneller Modelle)


In den letzten Jahren haben in der professionellen Software-Entwicklung immer mehr agile Elemente Einzug gehalten. Methoden und Vorgehensmodelle wie Scrum, Continuous Integration, Continuous Deployment, Kanban und Customer Involvement werden umfassend eingesetzt. Vorteile dieser Methoden und Vorgehensmodelle sind insbesondere schnellere Entwicklungszyklen, schnellerer Kundenfeedback und somit rapide beschleunigte Lernzyklen.

Auf der anderen Seite gibt es weiterhin erfolgreich praktizierte traditionelle Software- Entwicklungsprozesse, die sich am V-Modell orientieren. In regulierten Domänen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Medizintechnik oder der Finanzwirtschaft werden langwierige und umfassende Absicherungen benötigt. Hier haben sich traditionelle Prozesse bewährt. In der Automobilindustrie gibt es beispielsweise in der Antriebsstrangentwicklung wohldefinierte V-Modell-basierte Entwicklungsprozesse. Agile Entwicklungsprozesse erscheinen aber geeigneter, wenn es darum geht, neue Funktionen, die beispielsweise auf einem Elektroantrieb basieren, schnell zu erstellen und zumindest prototypisch testen zu können. Die Kombination traditioneller Prozesse und agiler Praktiken verspricht viele Vorteile.

Ziel der Forschung ist es, die Eignung agiler Methoden in regulierten Domänen zu analysieren und zu erproben. Hierbei soll insbesondere das Zusammenspiel traditioneller und agiler Ansätze betrachtet und erprobt werden. Weitere Forschungsthemen sind agile Skalierung, agile Business-Transformation, Organizational Change Management und agile Produktlinien.

Publikationen

Ausgewählte Fachbücher

Jürgen Münch, Ove Armbrust, Martin Soto, Martin Kowalczyk, “Software Process Definition and Management“, Springer Verlag, 2012.

Victor R. Basili, Adam Trendowitz, Martin Kowalczyk, Carolyn Seaman, Jürgen Münch, Dieter Rombach, “Aligning Organizations Through Measurement – The GQM+Strategies Approach”, Springer Verlag, 2014.

Jürgen Münch, Klaus Schmid (Eds.), “Perspectives on the Future of Software Engineering“, Springer Verlag, 2013.

Marco Kuhrmann, Jürgen Münch, Ita Richardson, Andreas Rausch, Jason He Zhang (Eds.). “Managing Software Process Evolution – Traditional, Agile, and Beyond. How to Handle Process Change?”, Springer Verlag, 2016

Ausgewählte referierte Fachartikel

Eveliina Lindgren, Jürgen Münch. Raising the Odds of Success: The Current State of Experimentation in Product Development. Information and Software Technology, 2016.

Fabian Fagerholm, Alejandro Sanchez Guinea, Hanna Mäenpää, Jürgen Münch. The RIGHT Model for Continuous Experimentation. Journal of Systems and Software, 2016.

Eveliina Lindgren, Jürgen Münch. Development as an Experiment System: A Qualitative Survey on the State of the Practice. In Proceedings of the 16th International Conference on Agile Software Development (XP 2015), May 25-29, Helsinki, Finland, LNBIP, Spring-er-Verlag, pp. 2015.

Olli Rissanen, Jürgen Münch. Continuous Experimentation in the B2B Domain: A Case Study. In Proceedings of the 2nd International Workshop on Rapid Continuous Software Engineering (RCoSE 2015), Florence, Italy, pages 12-18. ACM, May 2015.

Fabian Fagerholm, Alejandro Sanchez Guinea, Hanna Mäenpää, Jürgen Münch. Building Blocks for Continuous Experimentation. In Proceedings of the 1st International Workshop on Rapid Continuous Software Engineering (RCoSE 2014), Hyderabad, India, pages 26-35, June 2014.

Fabian Fagerholm, Alejandro Sanchez Guinea, Jay Borenstein, Jürgen Münch. Onboarding in Open Source Projects. IEEE Software, 31(6):54-61, 2014.

Fabian Fagerholm, Alejandro S. Guinea, Jürgen Münch, Jay Borenstein. The Role of Mentoring and Project Characteristics for Onboarding in Open Source Software Projects. In Proceedings of the 8th ACM-IEEE International Symposium on Software Engineering and Measurement (ESEM 2014), Torino, Italy, September 2014.

Frank Elberzhager, Jürgen Münch, Danilo Assmann. “Analyzing the Relationships between Inspections and Testing to Provide a Software Testing Focus”, Information and Software Technology (IST), vol. 56, no. 7, pp. 793–806, 2014.

Lehre

Zu den Lehrangeboten der Forschungsgruppe zählen agiles Produktmanagement, Software/Lean Analytics, Startup-Methoden und Software-Engineering-Kernthemen wie Software-Architekturen oder Qualitätsmodellierung. Studenten sollen mit den Vorlesungen in die Lage versetzt werden, erfolgreiche software-basierte Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Dies beinhaltet neben Themen der Software-Entwicklung auch die Verzahnung von softwaretechnischen und wirtschaftlichen Aspekten, um valide, skalierbare und nachhaltige digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Projekte

  • Software-based Real-time Value Delivery, Need for Speed Program, Digile (2015-2017)
  • Integration von agilen Softwareentwicklungsprozessen in klassische Prozesse, Daimler (2015)
  • Cloud Software Factory, Tekes (2011-2015)
  • Cloud Software Program, TiViT (2011-2015)
  • Dynamische Identifikation, Extraktion und Wiederverwendung von Komponenten in der verteilten Software-Entwicklung, BMBF (2010-2012)
  • Optimierte Konfiguration normkonformer domänenspezifischer Prozesse für KMU, BMBF (2010-2011)
  • Software-Qualität: Flexible Modellierung und integriertes Controlling, BMBF (2008-2011)

Kooperationspartner in der Forschung

Die Forschungsgruppe kooperiert im Bereich der Forschung mit einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen und Netzwerken. In den letzten Jahren war dabei die Zusammenarbeit mit folgenden Organisationen und Netzwerken von besonderer Bedeutung:

  • Aalto University, Finnland
  • DASMA, Deutschland
  • Fraunhofer IESE, Deutschland
  • Fraunhofer CESE, Maryland, USA
  • IPA-SEC, Japan
  • ISERN, Internationales Netzwerk
  • Mitsubishi Research, Japan
  • Poznan University of Technology, Polen
  • University of Bari, Italy
  • University of Bozen-Bolzano, Italy
  • University of Helsinki, Finnland
  • University of Maryland at College Park, USA
  • University of Maryland Baltimore County, USA
  • University of Oulu, Finnland
  • University of Southern Denmark (SDU), Dänemark
  • University of Tartu, Estland
  • University Rome Tor Vergata, Italy
  • SER University of Novi Sad, Serbien

Kooperationspartner in der Industrie

Die Forschungsgruppe verfügt über eine Vielzahl an Kooperationspartnern in der Unternehmenspraxis. In den letzten zwei Jahren war dabei die Zusammenarbeit mit folgenden Unternehmen von besonderer Bedeutung:

  • Bittium
  • Elektrobit
  • Daimler AG
  • Ericsson
  • Facebook
  • F-Secure
  • MySecondWay
  • Quentinel
  • Steeri
  • Tieto
  • Solita

Auszeichnungen

  • 2014 Best Paper Award (EASE)
  • 2011 Distinguished Professor Award (FiDiPro, 1,9 Mio)
  • 2010 Technik-Innovationspreis (Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz, Sponsor)
  • 2008 Best Paper Award (ISSRE)
  • 2007 Best Paper Award (QUATIC)
  • 2007 Manfred Paul Award for Excellence in Software Theory and Practice (IFIP TC2)
  • 2007 Best Paper Award (CEE-SET)
  • 2004 Best Paper Award (QUATIC)
  • 2002 Award for Thesis Excellence (Fraunhofer IESE)