10.06.2019

„Ich gehe motiviert zurück“ - Nextdb19 überzeugt

Zweitägige Konferenz Nextdb19 am Herman Hollerith überzeugt Besucher und zeigt wie Volkswagen, Siemens oder chefkoch.de den digitalen Wandel umsetzen

Alfred Siewe-Reinke

Mal über den Tellerrand schauen, sehen wie andere Unternehmen den digitalen Wandel gestalten und Diskussionen die sich an den realen Herausforderungen der Unternehmen orientieren. So präsentierte sich in diesem Jahr die nextdb19 am Herman Hollerith Zentrum (HHZ), dem Lehr- und Forschungszentrum der Hochschule Reutlingen. Ein geglücktes Relaunch der bisherigen Konferenz nextcc. „Beim alten Namen „Next Cooperate Communication“ ging es sehr stark um Unternehmenskommunikation. Diese ist aber immer stärker eingebunden in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass sich immer mehr Inhalte der Konferenz mit digitalen Geschäftsmodellen befasst hatten. Da war die Umbenennung und Weiterentwicklung der Konferenz nur ein logischer Schritt“, so der Leiter des HHZ und Organisator der Konferenz, Prof. Dr. Alexander Rossmann, der die zweitägige Veranstaltung gemeinsam mit Isabeau Stender, Studentin am HHZ, moderierte.

Zwei Tage lang diskutierten Vertreter von Klein- und Mittelständischen Unternehmen, aber auch Vertreter von global agierenden Konzernen über ihre digitalen Strategien und entwarfen in den Workshops neue Lösungsansätze. „An den Tischen wurde stark diskutiert und Ideen flogen nur so durch die Gegend. Das war spannend und ich gehe motiviert zurück“, so Petra Bösner-Handelman von Geschenkstern.com. Ähnlich auch das Urteil von Andreas Bock von chefkoch.de, der selbst auch mit einem Vortrag an der Konferenz beteiligt war: „Es hat Spaß gemacht und war sehr interessant. Man schaut hier über den Tellerrand und sieht vor welchen Herausforderungen auch andere Unternehmen stehen, auch in ganz anderen Branchen und welche Lösungsansätze es gibt.“

Möglich wurde der intensive Gedankenaustausch auch durch das Konzept der Konferenz, dass immer aus einem Impulsvortrag und anschließenden Workshops, in denen die Themen vertieft wurden, besteht.

Die Themen der Konferenz im Detail:

  • Marketing und Sales in der gemeinsamen Verantwortung für Digitale Geschäfte, Michael Stenberg, Siemens AG
  • CoCreation mit der Betatester-Community der Chefkoch SmartList, Andreas Bock, Chefkoch
  • Artificial Creativity: Warum KI auch Kreativität kann! Klaus Schwab, Plan.Net
  • Der Digital Business Impact von Enterprise Social Networks, Christina Schlichting, Volkswagen AG
  • Digitale Innovation und Transformation im Kontext von Smart Home, Kai Sponer, BSH Hausgeräte GmbH
  • Zukunftstrends für digitale Transformationsprojekte in der chemischen Zulieferindustrie, Bennjamin Mühleck, Wörwag

Themenoffen ging es hingegen am zweiten Tag der Konferenz weiter. In einem Barcamp konnten hier die Teilnehmer selbst die Themen setzen und so Aspekte der Digitalisierung besprechen, die sie selbst bewegen. Auch hier ging es schwerpunktmäßig um Fragen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, zum Beispiel vor welchen Schwierigkeiten etwa Klein- und Mittelständische Unternehmen stehen oder wie der neue Masterstudiengang Digital Business Engineering aufgebaut sein sollte, um wirklich attraktiv für die Studierende zu sein. Anregungen die ausgesprochen hilfreich waren und die wir gerne umsetzen, so Studiendekan Prof. Dr. Christian Decker.

Dass die nextdb19 mit ihrem Gedankenaustausch auf allen Ebenen am Ende auch von den Doktoranden und Studierenden positiv bewertet wurde verwundert dabei fast nicht mehr. „Ich fand die Veranstaltung sehr gelungen, vor allem die Gruppendiskussionen waren abwechslungsreich“, so Reiner Braun. Und Julian Fleischmann, Student an der ESB Fakultät der Hochschule, fand die verschiedenen Sichtweisen wie Unternehmen auf die verschiedenen Problematiken reagieren ausgesprochen interessant.

Eine Mischung die gewollt ist und von der alle profitieren, so Prof. Dr. Alexander Rossmann. „Zum einen können die Studenten hier ein/zwei Tage bei der Konferenz mitmachen und so auch Kontakt zu Unternehmen bekommen. Für die Unternehmen ist es vor allem der Austausch, der sehr geschätzt wird. Und für die Forschung hier an der Fakultät Informatik bringt dieser Austausch interessante Ideen, die man mit den Unternehmen dann entwickeln kann. Insofern bringt so eine Konferenz für alle drei Bereiche einer Hochschule, Studium, Forschung sowie Praxisbezug und Unternehmenskontakte sehr viel.“

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Research Lab Digital Business