19.08.2016

Förderzusage für gemeinsame Transferplattform Industrie 4.0

Zwei Millionen Euro für die Hochschulen Reutlingen, Esslingen, Aalen und die Steinbeis-Stiftung

Prof. Dr. Christian Maercker, Rektor der Hochschule Esslingen, Prof. Dr. Hendrik Brumme, Präsident Hochschule Reutlingen, Prof. Gerhard Schneider, Rektor Hochschule Aalen und Michael Auer, Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung (v.l.) nahmen die Förderung von Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut entgegen. Foto: Wirtschaftsministerium

Juliane Schreinert

Um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) künftig bei der Forschung und Entwicklung zum Thema Industrie 4.0 unterstützen zu können, haben die Hochschulen Reutlingen, Esslingen und Aalen gemeinsam mit der Steinbeis-Stiftung eine Transferplattform ins Leben gerufen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert dieses Projekt mit rund zwei Millionen Euro Anschubfinanzierung für die kommenden drei Jahre.

Ziel der Transferplattform ist es, mit Expertise und Forschung insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, die großen Chancen im Bereich der digitalen Vernetzung, der intelligenten Produktion und die landesweit guten wettbewerblichen Voraussetzungen besser zu nutzen. Da es KMU häufig noch an geeigneten Infrastrukturen fehlt, um den aktuellen Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 gerecht zu werden, kann die Transferplattform hier eine nützliche Ergänzung sein. Dabei werden die Expertise, Labore und Weiterbildungsangebote der drei Hochschulen Reutlingen, Esslingen und Aalen sowie das Know-how der Steinbeis-Stiftung gebündelt.

Im Fokus der Transferaktivitäten steht im Pilotprojekt die Automobilbranche mitsamt ihren Zulieferern, Ausrüstern und Serviceanbietern. Hier müssen Kundenanforderungen immer schneller umgesetzt und Produktionsverfahren flexibel eingesetzt werden. Künftig wollen sich die Hochschulen am Bedarf der Unternehmen orientieren und konkrete Lösungen innerhalb von Forschungs- und Entwicklungs-Projekten sowie Aus- und Weiterbildung in ihren Laboren umsetzen.

Fokus auf "Mensch-Maschine Interaktion" und "Digital Business"

An der Hochschule Reutlingen stehen Lösungen in den beiden Themenbereichen „Mensch-Maschine Interaktion“ und „Digital Business“ im Vordergrund. Die intelligente Verknüpfung und Integration von Automatisierungslösungen oder sogenannten Assistenzrobotern in die betrieblichen Abläufe zur Erhöhung der Produktivität, Flexibilität oder Reduzierung von für den Menschen schädlichen Belastungen versprechen Lösungen aus dem Bereich Mensch-Maschine Interaktion. Im Themenbereich Digital Business unterstützt die Hochschule Reutlingen Unternehmen in der Umsetzung von Möglichkeiten der Digitalisierung bei Produkten oder Prozessen – vom Innovationsmanagement über die Entwicklung von Geschäftsmodellen, dem durchgängigen digitalen Engineering bis hin zur Digitalisierung in der Auftragsabwicklung.

„Durch unsere Forschungsstärke und unser großes Netzwerk in der Industrie können wir gemeinsam mit den Projektpartnern eine wichtige Anlaufstelle für Unternehmen bilden und maßgeschneiderte Lösungen für immer dringendere Fragen in der Industrie 4.0 bieten. Wir sehen unsere Aufgabe außerdem auch darin, den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Digitalisierung zu unterstützen“, so Prof. Dr. Hendrik Brumme, Präsident der Hochschule Reutlingen. Prof. Dr. Daniel Palm, Projektleiter an der Hochschule Reutlingen, ergänzt: „Bei der Transferplattform Industrie 4.0 geht es uns nicht um Schlagworte, sondern um die konkrete Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Schnelligkeit von KMU. Die hochschulübergreifende Zusammenarbeit unter Integration von Forschungs- und Transferpartnern bietet hierbei eine große Chance für alle Beteiligten.“