25.10.2016

Internationaler Besuch am HHZ

Japanische Delegation informiert sich über Schlüsselthemen der Digitalisierung am Herman Hollerith Zentrum

Prof. Jürgen Münch begrüßte Ende September eine hochkarätige Delegation der Firmen Hitachi und Mitsubishi aus Tokyo. Ziel des Besuchs war das Kennenlernen des Herman Hollerith Zentrums und der Austausch zu wichtigen Themen der Digitalisierung. Die Delegation setzte sich aus Führungskräften und Ingenieuren aus den Bereichen Forschung und Entwicklung zusammen, die für die Wartung und Entwicklung großer staatlicher Software-Systeme in Japan verantwortlich sind.

Yasushi Ishigai, Forschungsdirektor am Mitsubishi Research Institute, betonte gleich zu Beginn, wie wichtig es sei, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und damit einhergehende Veränderungen und neuartige Methoden für die Entwicklung software-intensiver Systeme und Dienstleistungen zu verstehen. Hierzu wolle die Delegation die Aktivitäten am Herman Hollerith Zentrum, das eng mit der Industrie zusammenarbeite und in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas liege, kennenlernen. 

In gemeinsamen Workshops wurden Schlüsselthemen der Digitalisierung intensiv diskutiert. Prof. Petrov und Prof. Decker stellten Industriekooperationen und Forschungsergebnisse zu den Themen „Big Data“, „Internet of Things“ und „Smart Data Services“ vor. Hierbei wurde die Bedeutung strategischer Initiativen wie Industrie 4.0 und Digitale Agenda erörtert. 

Die revolutionäre Veränderung bestehender Wertschöpfungsketten mittels digitaler Technologien war Gegenstand weiterer Workshops. Prof. Rossmann stellte Forschungsansätze und Arbeiten im Bereich digitaler Geschäftsmodelle vor. Prof. Münch erläuterte neuartige experiment-getriebene Ansätze zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen basierend auf Lean-Startup-Prinzipien, die derzeit am Herman Hollerith Zentrum entwickelt und erprobt werden.

Abgerundet wurde der Besuch durch die Besichtigung des Demonstrationslabors beim HHZ-Partner Hewlett Packard Enterprise in Böblingen. Die Gäste machten sich unter anderem mit neuartigen Computer-Architekturen wie „The Machine“ vertraut und besichtigten ein in Betrieb befindliches Data Center.

Prof. Münch, der über langjährige Erfahrungen aus Kooperationsprojekten mit japanischen Organisationen wie dem Software Reliability Enhancement Center (SEC) oder der japanischen Raumfahrtagentur JAXA verfügt, betont die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: „Gerade bei digitalen Technologien ist die internationale Perspektive wichtig: Solche Technologien werden global verteilt entwickelt und sind meist in global ausgerichtete Geschäftsmodelle eingebettet. Ein gutes Verständnis unterschiedlicher Herangehensweisen und Kulturen in verschiedenen Ländern ist eine wichtige Voraussetzung für den durchschlagenden Erfolg solcher Technologien und Geschäftsmodelle. Der Erfahrungsaustausch mit Hitachi und Mitsubishi trägt hierzu maßgeblich bei.“ Für das nächste Jahr ist bereits eine Vertiefung des Austauschs geplant.